Pressemitteilung
INVESTAS leitet weitere gerichtliche
Schritte gegen Bertelsmann / RTL Group ein.
Der Verwaltungsrat von INVESTAS, Association luxembourgeoise
des actionnaires privés a.s.b.l., früher DEDID, hat
beschlossen, weitere gerichtliche Schritte gegen Bertelsmann / RTL
Group einzuleiten. Gründe für das Vorgehen der Luxemburger
Schutzvereinigung der Kleinaktionäre sind:
- In dem öffentlichen Zeichnungsprospekt vom
Juli 2000, das insbesondere zur Einführung der Aktie von RTL
Group an der Londoner Börse erstellt worden war, hatten die
damaligen Hauptaktionäre GBL (Groupe Bruxelles Lambert), Pearson
und Bertelsmann sich verpflichtet, ein Streubesitz ("free float")
von mindestens 15% innerhalb von 14 Monaten zu verwirklichen;
- Auf grund einer Vereinbarung vom 25. Juli 2000
zwischen der luxemburgischen Regierung und den Hauptaktionären
von RTL Group wurde ebenfalls festgehalten, dass der "free
float" von damals 11,2 auf 15% innerhalb von 14 Monaten erhöht
werden sollte. Dieses Engagement hatten die Hauptaktionäre
durch einen Brief vom 14. März 2001 an den Regierungschef nochmals
bekräftigt;
- In einer Pressemitteilung vom 19. März 2002
hatte Bertelsmann nicht nur angekündigt, seine geplante vollständige
Übernahme vorläufig zurückzustellen, sondern auch,
dass sie inzwischen 785 000 Aktien von RTL Group zugekauft und somit
die Beteiligung auf 90,2% aufgestockt hat.
Dieses Vorgehen von Bertelsmann steht im krassen Widerspruch zu
den anfangs vertraglich festgehaltenen Versprechen;
- Die von den Minderheitsaktionären daraufhin
angesprochene "Commission de surveillance du secteur financier"
(C.S.S.F.) ist zu folgender Schlussfolgerung gekommen:
"Il nous semble désormais clair, sur base de la formulation
utilisée dans le Préambule du Protocole d'Accord,
que les actionnaires de référence de RTL Group se
sont engagés d'augmenter la circulation dans le public de
titres de RTL Group de 11,2 à 15%. Cette augmentation du
flottant était une condition nécessaire afin de pouvoir
inclure RTL Group dans le FTSE UK index et reflétait l'intention
déclarée par BW TV, GBL et Pearson en juillet 2000.
Par ailleurs, lors de la reprise par Bertelsmann
AG de la participation de 30% détenue dans RTL Group par
GBL, Bertelsmann AG s'est expressément engagée à
assumer toutes les obligations résultant dudit Protocole."
INVESTAS will die von Bertelsmann eingegangene Verpflichtung
einer Liquiditätserhöhung auf 15% per Gerichtsbeschluss
erzwingen, da die von Bertelsmann praktizierte "Salamitaktik"
des heimlichen Zukaufs von RTL Group Aktien für INVESTAS nicht
hinnehmbar ist.
Diese unehrliche weitere Aufstockung ihrer RTL Group Beteiligung
würde das Ende der Liquidität bedeuten und würde
den Kleinaktionären keine andere Alternative lassen, als auf
den völlig illiquiden Aktien sitzen zu bleiben oder sie zu
einem lächerlichen Preis an Bertelsmann abzutreten.
Rückblick:
INVESTAS hatte sich am 4. Februar dieses Jahres an das von Audiolux
und BGL Investment Partners eingeleitete Gerichtsverfahren gegen
Bertelsmann / RTL Group angeschlossen. Das Verfahren ist z.Z. beim
Bezirksgericht in Luxemburg anhängig. Ein erstinstanzliches
Urteil wird für Ende des Jahres erwartet.
Bekanntlich hatte Bertelsmann, durch die Übernahme der 30%-igen
GBL- Beteiligung an RTL Group, seine Beteiligung von 37 auf 67%
erhöht und somit die uneingeschränkte Kontrolle über
RTL Group erworben ohne den restlichen Minderheitsaktionären
dieselben Bedingungen einzuräumen, so wie dies der europäische
Verhaltenskodex vorschreibt.
Später hatte Bertelsmann dann noch zusätzlich die von
Pearson gehaltene 22%-ige Beteiligung an RTL Group übernommen
und somit seine Beteiligung auf 89% erhöht.
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Mehr Informationen über INVESTAS unter www. investas.lu.
Für konkrete Fragen steht das INVESTAS-Sekretariat unter der
Tel.-Nummer 26331204 oder INVESTAS-Präsident Jean-Paul Hoffmann
unter der Tel.-Nummer 021-721749 (GSM) zur Verfügung.
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